Mein Blog sollte eigentlich nie dazu dienen um private Gedanken und oder Meinung zu verbreiten..
Zudem bin ich mir bewusst, dass es bereits tausende Einträge wie meine gibt. Aber das Flüchtlingsthema ist nun mal ein Thema, dass einen nicht loslässt.


Der ausschlaggebende Gedanke, Grund warum ich den Eintrag verfasse ist, dass ich die letzten Tage viele Fotos gesehen habe auf denen verzweifelte Eltern mit ihren Kindern zu sehen sind. Der tote Junge der am Sandstrand liegt. Sowie die Reporterin die fliehende Flüchtlinge getreten und dem Vater mit seinem Kind auf dem Arm ein Bein gestellt hat. Und ja diese Bilder und Geschichten haben mich berührt, sehr sogar.

Aber ich musste feststellen, dass es viele sehr rational denkende Menschen gibt. Die Fotos von verzweifelten, weinenden Eltern mit Kindern sind gestellt. Der tote Junge am Sandstrand - dafür seien seine Eltern verantwortlich, weil Flüchtlinge ihre Rettungsboote absichtlich kentern damit Rettungsboote sich dazu genötigt fühlen sie retten zu müssen und ans Land zu bringen. Die Reporterin die die Flüchtlinge getreten hat... lediglich aus Notwehr. Die Entscheidungen die in der Politik getroffen werden - Manipulation durch die USA etc.
Ich habe das Gefühl, dass diese Menschen sich nie wirklich tiefgründig damit außeinandergesetzt haben. Sondern einfach nur rational, sinnvoll klingende vorgekaute Sätze wiederholen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben.

Ich habe letztens einen Bericht gesehen in dem Personen befragt wurden, welche Frau sie attraktiver finden. Sie entschieden sich für eine von zwei Frauen, welche ihnen kurz auf Fotos gezeigt wurden. Später wurden sie befragt, was genau sie an der Frau attraktiver fanden als an der, die sie nicht gewählt haben. Gezeigt wurde ihnen jedoch die andere Frau, für die sie sich nicht entschieden haben. Die meisten haben nicht einmal gemerkt, dass die Frauen getauscht worden sind, fanden aber zahlreiche Gründe warum sie sie attraktiver finden. Sie fanden eine Erklärung für etwas, wofür sie keine Erklärung hätten finden dürfen. Ich denke in diesem Fall ist es in gewisser Hinsicht ähnlich.

Die Menschen haben Angst. Angst vor der Veränderung. Angst vor der Verantwortung. Angst vor der neuen Situation. Angst vor anderen Religionen. Daher versuchen sie sich vor der Bedrohung wegen der sie Angst haben zu wehren und werden auch wütend. Nur bin ich mir sicher, dass das den Meisten nicht wirklich bewusst ist.
Denn sobald man sie zu bestimmten Themen befragt, finden sie immer eine rationale, sinnvolle, gut klingende Antwort.. oder auch eben Erklärung. Doch hätten sie diese Erklärung dafür finden dürfen?

Wenn ich auf der Straße einen weinenden, verzweifelten Vater mit einem Kind auf dem Arm sehe - meinetwegen darf es auch der Vorzeige Deutsche sein - Ist mein erster Gedanke dann "Der tut nur so". In diesem Fall wahrscheinlich schon. Warum aber dann nicht bei dem Flüchtlingsvater? Ich denke dass in diesem Fall das eigene Gehirn sehr viele Menschen schlichtweg fickt, ohne dass sie es merken. Sie bekommen Angst, Angst vor der möglichen Bedrohung die sie den Fotos bereits entnehmen, der neuen Situation. Sie werden wütend. Sie wissen nicht wieso sie wütend werden. Doch die rational gut klingende Antwort, das liefert das Gehirn sofort: "Ich werde wütend, weil der nur so tut als ob es ihm schlecht gehen würde, weil er..." Eine Erklärung wird sich immer finden. Wenn man will. Auch wenn es diese nicht hätte geben dürfen. Zudem würden nur die wenigstens zugeben, sollten sie es bemerkt haben, dass ihnen diese Situation schlichtweg Angst macht.

Doch warum können Menschen in dem Punkt nicht denken "Der Mann weint. Er ist verzweifelt. Er will sein Kind beschützen."
Was scheint so falsch daran diesen Gedankengang zu haben? Haben wir so sehr das Vertrauen in andere Menschen verloren, ist es so abwegig, dass das Foto nicht gestellt ist und der Mann wirklich verzweifelt ist? Ich denke die Angst und die Wut überwiegen genau das.

Ja es mag durchaus sein, dass unter den Flüchtlingen viele Wirtschaftsflüchtlinge dabei sind und viele auf die Tränendrüse drücken. Verständlich, sie fliehen, weinen, weil sie mehr Geld haben möchten. Das ist die rationale Erklärung. 
Doch nun kommen wir zum tiefgründigeren Hinterfragen. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, wie schlecht es mir gehen müsste, damit ich mein letztes Geld dafür verwende um eine Reise auf einem wackeligem Boot übers Meer zu machen. Und dabei in Kauf zu nehmen, dass ich sterben könnte oder schlimmer... dass meine Kinder dabei sterben könnten. Ich glaube nicht, dass ich diese Entscheidung treffen würde, weil ich meine Lebensmittel bei Aldi statt bei Edeka kaufen müsste. Auch nicht weil ich die Miete 2,3 Monate nicht bezahlen kann. Ich weiß nicht einmal wie schlecht es mir gehen muss um diese Entscheidung zu treffen. Doch wenn ich an diesem Punkt angelangen würde... würde ich anders handeln? Ich denke ich hätte kaum eine andere Wahl als diese, die die Flüchtlinge treffen... denn sonst würden mich keine 10 Pferde dazu bringen mich für diesen Weg zu entscheiden. Ich denke jedem sollte bewusst sein, dass die Flüchtlinge das nicht aus Spaß machen, sondern dass sie richtige Probleme haben müssen um so weit zu gehen.

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